{"id":2421,"date":"2026-10-02T17:57:14","date_gmt":"2026-10-02T15:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/schloemer-sperl.de\/?p=2421"},"modified":"2026-10-05T10:53:58","modified_gmt":"2026-10-05T08:53:58","slug":"unwirksame-preiserhoehung-amazon-prime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schloemer-sperl.de\/?p=2421","title":{"rendered":"Unwirksame Preiserh\u00f6hung f\u00fcr &#8218;Amazon Prime&#8216;"},"content":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat die Preisanpassungsklausel von Amazon Prime aus dem Jahr 2022 f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt (vgl. BGH, Urt. v. 01.10.2026 &#8211; III ZR 205\/25). Damit steht fest, dass Amazon die Preise bestehender Prime-Mitgliedschaften im Jahr 2022 nicht auf Grundlage der verwendeten Klausel erh\u00f6hen durfte. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n<h3>Preiserh\u00f6hung aus 2022<\/h3>\n<p>Amazon hatte die Preise f\u00fcr bestehende Prime-Mitgliedschaften zum September 2022 deutlich erh\u00f6ht. Der monatliche Mitgliedsbeitrag stieg von EUR 7,99 auf EUR 8,99, der j\u00e4hrliche Beitrag von EUR 69,00 auf EUR 89,90. Auch die Preise f\u00fcr Prime Student wurden angehoben.<\/p>\n<p>Amazon hatte die Preiserh\u00f6hungen unter anderem mit allgemeinen und wesentlichen Kostensteigerungen, insbesondere infolge der Inflation, begr\u00fcndet. Als Grundlage berief sich das Unternehmen auf eine Preisanpassungsklausel in seinen Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen.<\/p>\n<p>Nach Auffassung des BGH ist diese Klausel jedoch unwirksam. Amazon kann sich daher gegen\u00fcber den von der Preiserh\u00f6hung betroffenen Bestandskunden nicht auf diese Klausel als Rechtsgrundlage f\u00fcr die Erh\u00f6hung berufen.<\/p>\n<h3>Was bedeutet das Urteil?<\/h3>\n<p>Die Entscheidung des BGH bedeutet nicht, dass Amazon s\u00e4mtliche zu viel gezahlten Betr\u00e4ge automatisch an die Kunden zur\u00fcckerstatten muss. F\u00fcr die konkrete R\u00fcckabwicklung der bereits gezahlten Mehrbetr\u00e4ge ist vielmehr entscheidend, ob und in welcher H\u00f6he dem jeweiligen Kunden ein individueller R\u00fcckzahlungsanspruch zusteht.\u00a0Entscheidend sind dabei unter anderem:<\/p>\n<ul>\n<li>wann die Prime-Mitgliedschaft begonnen hat,<\/li>\n<li>ob der Kunde bereits vor der Preiserh\u00f6hung im September 2022 Prime-Mitglied war,<\/li>\n<li>welches Prime-Modell \u2013 monatlich, j\u00e4hrlich oder Prime Student \u2013 genutzt wurde,<\/li>\n<li>\u00fcber welchen Zeitraum der erh\u00f6hte Preis gezahlt wurde und<\/li>\n<li>ob der Vertrag oder das Zahlungsmodell nach der Preiserh\u00f6hung ge\u00e4ndert wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch ehemalige Prime-Kunden k\u00f6nnen betroffen sein. Ma\u00dfgeblich ist nicht, ob die Mitgliedschaft heute noch besteht, sondern ob der Kunde von der streitgegenst\u00e4ndlichen Preiserh\u00f6hung betroffen war und den erh\u00f6hten Preis gezahlt hat.<\/p>\n<h3>Was kann man jetzt tun?<\/h3>\n<p>Parallel zum Verfahren \u00fcber die Wirksamkeit der Preisanpassungsklausel f\u00fchrt die Verbraucherzentrale NRW ein weiteres Verfahren mit dem Ziel, die R\u00fcckerstattung der zu viel gezahlten Betr\u00e4ge f\u00fcr betroffene Verbraucher zu erreichen.\u00a0Betroffene Kunden k\u00f6nnen sich in das hierf\u00fcr eingerichtete Verbandsklageregister eintragen.<\/p>\n<p>Daneben kommt auch eine individuelle Geltendmachung der R\u00fcckzahlungsanspr\u00fcche gegen\u00fcber Amazon in Betracht.<\/p>\n<p>Wer bereits vor September 2022 Prime-Kunde war und seit der Preiserh\u00f6hung den erh\u00f6hten Mitgliedsbeitrag gezahlt hat, sollte seine Vertrags- und Zahlungsdaten sichern. Besonders hilfreich sind fr\u00fchere Amazon-Rechnungen oder Kontoausz\u00fcge, aus denen sich die jeweiligen Prime-Zahlungen ergeben.\u00a0Anhand dieser Unterlagen l\u00e4sst sich feststellen, ob eine Betroffenheit von der Preiserh\u00f6hung vorliegt und welcher Betrag m\u00f6glicherweise zur\u00fcckgefordert werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat die Preisanpassungsklausel von Amazon Prime aus dem Jahr 2022 f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt (vgl. BGH, Urt. v. 01.10.2026 &#8211; III ZR 205\/25). Damit steht fest, dass Amazon die Preise bestehender Prime-Mitgliedschaften im Jahr 2022 nicht auf Grundlage der verwendeten Klausel erh\u00f6hen durfte. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale NRW. 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